Jan 262012
 

Der Grenzübergang zum Iran bei Bazargan war im Grunde unkompliziert. Die Grenzbeamten waren sehr freundlich. Es hat insgesamt unter einer Stunde gedauert. Einzig die zahlreichen Geldwechsler an der Grenze sind anstrengend. Die versuchen einem unter allen möglichen Vorwänden weis zu machen, dass es ja so viel günstiger sei bei ihnen zu wechseln.
Im Iran funktionieren westliche Zahlungsmittel so wie Kreditkarte etc. nicht. Man muss sich Devisen mitbringen um sie zu wechseln. Da muss man hart bleiben, um nicht auf irgendwelche Tricks bei der Wechselei hereinzufallen.

So sehen 300€ in Iranischen Rial aus. Das Portmonnee ließ sich kaum mehr falten.

Bei der ganzen Wechselei sollte man beachten, dass der Iranische Rial zum Teil erheblichen Kursschwankungen ausgesetzt ist. Da man also nie weiss, wieviel die Rials naechste Woche wert sein wuerden, sollte man immer nur so viel wechseln, wie man im Moment gerade braucht. Das musste ich erst schmerzlich lernen: ein paar Tage nach der Grenzueberquerung sorgten die Nachrichten der EU-Sanktionen gegen den Iran dafuer, dass der Rial schlagartig fast die Haelfte seines Wertes verlor. Damit hatte ich auf einen Schlag knapp die Haelfte meines gewechselten Geldes verloren. Bei einem knappen Reisebudget ist das unangenehm.

Doch zurueck auf die Strasse:

Kurz ausserhalb der Grenzstadt Bazargan lud mich schon dieser Iraner zu einem Tee ein. Der Tee schmeckt hier anders. Milder als in der Türkei. Mit einer Kardamom-Note.

Auf den ersten Kilometern sammelte ich viele neue Eindrücke in kurzer Zeit. Die Schrift ist z.B. arabisch, fast alle Frauen laufen in schwarzen Chadors herum, und Autofahrer ueben sich in kreativer Auslegung der Verkehrsregeln.

Bei den ganzen Eindruecken fand ich jedoch zunaechst keinen Platz zum Campen. Zum Glück fand mich diese Familie. Sie lud mich Wildfremden einfach so zu sich Heim zum Essen ein. Bei ihr konnte ich letztendlich zwei Nächte bleiben. Ein erstes Beispiel der grossen Gastfreundschaft im Iran.

Am Ruhetag fuhren wir gemeinsam zu den örtlichen Sehenswürdigkeiten. Dies ist die Qarah Kelisa, eine alte Armenisch Orthodoxe Kirche im Norden des Irans.

Im weichen Sandstein der Kirchenmauer haben Gläubige allerlei Symbole geritzt.

Meine Gastgeber waren von Beruf LKW-Fahrer. Der Stolz der Familie war ein 35-jähriger, knallorangener Mack-Truck. Mit dem sind sie schon überall in Europa gewesen.

Sightseeing Teil 2: Die St.Stephanos Kirche nahe Jolfa. Sie liegt malerisch im Aras-Tal und steht auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes. Die elegante Bogenarchitektur des Glockenturms hat mich total fasziniert.

Tags darauf fuhr ich weiter. Dies ist der Eingang zum Tal des Flusses Aras. Dieser Fluss bildet einen Teil der Grenze zwischen Aserbaidschan und Iran.

Links Aserbaidschan, rechts Iran.

Es war schon spät nachmittags als ich in das Tal fuhr. Ich versuchte deshalb dort zu zelten. So gegen Mitternacht fand mich eine Polizeistreife. Dessen Beamte waren sehr freundlich und eher überrascht mich zu finden. Hier im Grenzgebiet sei es nicht erlaubt zu übernachten. Man fuhr mich also zur nächsten Polizeistation in Jolfa. Dort hatte dieser Beamte Nachtdienst. Ich durfte bei ihm in der Wache schlafen. Am nächsten Morgen bestellte er ein Taxi für uns und lud mich zu sich zum Frühstück ein. Da sagte ich natuerlich nicht Nein.

Ein rührendes Straßenschild auf dem Weg nach Marand. Das Bewusstsein scheint da zu sein, jedoch muss die Bevölkerung in Punkto Umweltschutz noch einiges lernen. Wohl der Grund weshalb es mit dem 'development luck' noch so ein wenig hapert.

Manchmal trifft man Leute nicht, manchmal wird man einfach getroffen. Wie vom Blitz: Sohn und Vater in Marand. Der Alte war komplett Banane. Er verkaufte Zigaretten am Straßenrand. Als er mich erblickte, schrie er auf, überschüttete er mich mit Grüßen (was ihm gerade einfiel) und küsste mir u.A. überschwenglich die Hand. So einen Typen habe ich noch nie erlebt. Lustig war es trotzdem.

Der Verkäufer hier verkaufte gekochte Zuckerrüben. Sehr lecker in dem kalten Wetter.

So sahen sie aus, meine ersten Eindruecke aus diesem Land Iran. Es ist ein deutlicher Unterschied zur Tuerkei spuerbar. Vor allem die Menschen sind unglaublich gastfreundlich. Die Landschaften sind teilweise spektakulaer. Jetzt war ich in Tabriz angekommen. Die Hauptstadt der Azeri-Bevoelkerung. Dort pausierte ich fuer einen Tag bevor es weiter Richtung Teheran ging.

Alles Gute,
euer Johannes Bondzio

  One Response to “Iran – erste Kontakte”

  1. Lieber Johannes .Ich schaue öfter Die Bilder über meine Heimat gern .Es ist wie eine Reise.

    Ich wünsche die Nation entlich ein freise Land.Ich drücke dich fest aus Timmel

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