May 232012
 

‘Bleibe drei Tage, und du willst nie wieder fort.’ So sagt man über Goa, diesem paradiesischen Streifen an der Westküste Indiens. Die Strecke dorthin war nicht ohne gewesen (siehe meinen letzten Post), aber nun endlich kam ich an. Kurz nach der Grenze nach Goa fällt die Indische Hochebene plötzlich um knapp sechshundert Meter auf Meeresniveau, und man fährt an Feuchtwiesen und Meeresarmen vorbei mit nur einem Ziel: dem Strand.

Willkommen in Goa.

Der Verkehr unten in der Tiefebene war noch einmal laut und mörderisch, bevor ich in die kleine Straße zum Ort Benaulim einbog, wo ich Halt machen würde. Laut einem Fremdenführer seien dort die wenigsten Partygänger und die meiste Ruhe zu erwarten. Es gab einige günstige Übernachtungsmöglichkeiten, und gleich bei der Ersten schlug ich zu, bei einem Zimmerpreis von umgerechnet 4,50€ pro Nacht und Zimmer. Hätte ich einen Reisepartner gehabt, hätten wir für das Doppelzimmer den gleichen Preis bezahlt, sprich für jeden noch einmal die Hälfte.

Die Palmen vor dem Hostel.

Mitte März ist die Hauptsaison in Goa zu Ende, und jetzt, Ende April, waren eine Indische Familie und ich die einzigen Gäste in dem großen Hostel ‘Rosario’s Inn’. Langersehnte Ruhe pur.
Die Verwalterin des Hostels war eine gutmütige Großmutter, die den Tag damit verbrachte ihre Blumen zu gießen und mit ihrer Familie zu quatschen. Ob sie meinen Pass und eine Voranzahlung schonmal haben wolle? ‘Later’ antwortete sie nur. Hatte man so etwas in Indien schon einmal erlebt? Ich nicht. Willkommen in Goa.

Die gute Frau beim Blumengießen.

Ich quartierte mich oben im zweiten Stock ein, schmiss meine Sachen auf’s Bett, und nahm erstmal eine Dusche, bei der ich den ganzen Dreck der Straße von mir herunter schrubbte. Herrlich, die Freuden des Lebens können so einfach sein. Erfrischt setzte ich mich auf den Balkon, und aß etwas. Lasst das Leben beginnen.
Die nächsten drei Tage verbrachte ich in etwa in diesem Rhythmus, der so entspannt gehalten wurde wie möglich: Morgens wurde gefrühstückt (es gab Vollkornbrot), Mittags geruht, Computer gespielt (ein schon lange nicht mehr gepflegtes Hobby), und gegen Abend ging es an den Strand.
Die Strände Goas gehören zu Recht zu den schönsten der Welt. Man kommt an einen etwa hundert Meter breiten Sandstreifen, dessen Sand so fein und weiß ist, dass er wie Puderschnee unter den bloßen Füßen knirscht. Palmen säumen seinen Rand. Einige Indische Familien genießen die warme Abendluft, während man in den Wellen des salzigen Arabischen Meers die Reflektionen der rot untergehenden Sonne bewundert. Zum Spaß ließ ich mich einfach in den Wellen umhertreiben, herumwirbeln und an Land spülen. Das Wasser hatte Körpertemperatur. Ich liebte es. Entspannung pur.

Silhouetten im Abendlicht.

So ging das drei Tage lang, und gerade in dem Augenblick, wo so etwas wie Langeweile auftreten wollte, huschte vor mir auf dem Balkon eine schlanke, hübsche Französin vorbei und fragte, ob das Zimmer neben mir noch frei sei.
Julia, die Französin war in Begleitung von der Sina, einer genau so hübschen Deutschen aus dem Raum Würzburg. Die beiden hatten gerade gemeinsam einen Freiwilligendienst in einem Waisenhaus in Bangalore geleistet. Der war nun beendet und sie zogen nun einige Zeit durch das große Indien, um den Rest etwas besser kennen zu lernen.

Sina und Julia mit ihren ersten Sonnenbränden.

Ab da war an Langeweile nicht mehr zu denken. Die beiden waren sehr aufgeweckt und gesprächig. Es gab auch viel zu erzählen. Meine entspannte Attitüde passte perfekt zu ihrer Energie und Unternehmungslust. Wir verstanden uns blendend. Unser Ziel war das selbe: Entspannung und Genuss. Von da an waren wir zu dritt.
Ich führte sie ein wenig in die Gegend ein, und meine Ankündigung, dass die Strände zu den schönsten gehörten, die ich je gesehen hätte, ließ ihnen einen kurzen Freudenschrei entfahren, sich gegenseitig ihre Hände ergreifen und sich strahlend in die Augen schauen. Die beiden waren in den drei Monaten intensiver und schöner Zeit beste Freundinnen geworden, das sah man sofort.
Das Leben ging also weiter seinen Gang, nur wurde das Ganze jetzt durch die Beiden versüßt. Verrückte Zufälle gibt es.

Sonnenuntergang die Zweite

Am Tag nach ihrer Ankunft fragten mich die beiden beim gemeinsamen Frühstück, ob ich nicht Lust hätte mit ihnen die alten Städte Goas, Alt-Goa und Panjim zu besichtigen. Klar, wieso nicht? Die beiden packten also ihre Handtaschen mit dem Nötigsten, ich griff mir meine Kamera, und los ging es zur Bushaltestelle. Für knapp dreißig Cent fuhren wir anderthalb Stunden in einem kleinen, lauten Bus durch Palmenhaine, vorbei an Kanälen und durch scharfe Kurven. Jeder Busfahrer hat seinen eigenen Lieblingsheiligen und -gott, und der hängt dann irgendwo in der Nähe des Fahrers als Bild oder Statue, umrahmt von Blumenkränzen und blinkenden Lämpchen. Wegen der portugiesischen Kolonialgeschichte gibt es einige Christen in Goa, so dass auch einige Marienbilder und Kruzifixe darunter waren. Ein Busfahrer war ein lustiger Typ, und spielte außer indischen Songs auch Hits der Neunziger, wie ‘La Macarena’. Wir drei lachten uns tot und tanzten wackelnd dazu auf den Sitzen.
In Alt-Goa steht die größte Kirche Asiens, ein weißer Bau aus Stein und Holz mit zwei stumpfen Türmen. Gleich gegenüber steht die Basilika des ‘Bom Jesus’, des Guten Jesus. Klassizistische Architektur hier inmitten Asiens. Das ist schon eine skurrile Ansicht. In der Basilika stand eine Figur des gekreuzigten Jesu, über und über mit Blut überströmt. Selbst in diesem Punkt ist Indien ehrlich. Dieser Jesus hatte offenbar gelitten. Ihm sah man dies an. Einmal mehr überrumpelte mich Indien, und zwang mich zum Lachen. Aber seht selbst:

Ehrlichkeit im Detail - Bom Jesus.

Häuser im Kolonialstil.

Ein Eisverkäufer.

In Panjim, der Hauptstadt Goas, aßen wir zu Mittag, und schlenderten eine Weile am Ufer eines Meeresarms umher. Überall herrschte eine entspannte Atmosphäre.

Sina und Julia am Ufer.

Back on top nach fünf Tagen Ruhe. Don't you mess with us again, India!

Während des Nachmittags fuhren wir in Ruhe wieder zurück zum Hostel, und bei Anbruch der Dunkelheit kamen wir an. Selten habe ich einen so entspannten Ausflug unternommen.

Julias Rücken, Detail.

Zwei weitere Tage vergingen. Zunehmend verlor ich das Zeitgefühl. Einzig der Flug von Mumbai aus war ein fixer Termin. Alles andere wurde irrelevant. Um auch ‘das mit dem Flug’ loszuwerden ging ich an dem Tag zu einem Büro vor Ort, das unter anderem Buchungen der Zugtickets vornahm. Auf Nachfrage hin stellte sich jedoch heraus, dass für den gewünschten Zeitraum, um den fünften Mai herum, keine Zugtickets nach Mumbai mehr zur Verfügung standen. Indien hatte gerade Sommerferien, und alle Züge waren ausgebucht. Man empfahl mir zu dieser Zeit meine Tickets mindestens drei Wochen im Voraus zu buchen.
So landete Johannes abrupt wieder im Hier und Jetzt. Ein Glück war ich mit dem Fahrrad unterwegs, und hatte bereits eine Woche vorher angefragt. Der Plan, das Fahrrad bis Mumbai ruhen zu lassen wurde kurzerhand über den Haufen geworfen, und eine Route auf meiner Karte ausgearbeitet. Man soll immer dann aufhören, wenn es am schönsten ist. Der Abschied wurde abends am Strand mit ein paar Kingfishern gefeiert, und am nächsten Tag war ich wieder auf der Straße.

Zum Abschied ein Foto von der netten Verwalterin.

Von den letzten sechshundert Kilometern hinein nach Mumbai handelt der nächste Post. Bis dahin alles Gute,
euer Johannes Bondzio

May 182012
 

Hampi war der erste Ort Indiens, den ich ehrlich schön fand. Einer der Hauptattraktionen des historischen Indiens, kann man Tage damit verbringen tagsüber in den Ruinen Indiana Jones zu spielen und abends sich mit anderen Travellern bei einem guten Essen am Fluss über Indien zu unterhalten. Dank der Tatsache, dass die Ruinen alle aus Granit sind, sind sie sehr gut erhalten.

Das 'Bad der Königin'. Es ist über fünfhundert Jahre alt.

Indische Schönheitsideale in Stein gemeißelt: Eine üppige Tänzerin mit Wespentaille aus Granit.

Altindische Schrift. Sanskrit scheint es nicht zu sein. Kennt sich jemand aus?

Der Eingang zum noch stets benutzten Haupttempel.

Ich kam am Nachmittag in Hampi an, und ergründete ein wenig die Gegend, bevor ich mich am Abend irgendwo neben eine Tempelruine in mein Zelt zum Schutz vor den vielen Mücken verrog. Nachts erklangen aus dem Busch wilde Schreie von Affen und anderen Vögeln.

Langzeitbelichtung nachts aus dem Zelt.

Am nächsten Morgen fuhr ich in das Zentrum Hampis, wo es einige Hostels gab. Ich brauchte mal wieder dringend eine Dusche, und meine Klamotten noch dringender eine Wäsche. Das Hotelangebot war auf die Backpacker zugeschnitten: günstige Zimmer mit Internetanbindung im Foyer, dazu die üblichen Essensbuden und Souvenirshops.
Laut einem Schild auf meinem Zimmer war Wäsche waschen auf dem Zimmer verboten. Man könne jedoch den Laundry-Service des Hostels nutzen. Ein netter Versuch.
Eine halbe Stunde später hatte ich die Handwäsche erledigt und die Sachen hingen zum Trocknen über einer Leine quer durchs Zimmer.

Ein kleiner Schrein mit Baum.

Der Tag danach war entspannt. Ich lief ein wenig umher. Dabei traf ich einen französischen Fotografen, den Benoit, und wir verabredeten uns abends zum Dinner.
Zur Mittagszeit flieht man vor der Hitze. Entweder unter den Ventilator des Zimmers oder in eine Fotoausstellung in eine der alten Tempelanlagen. Man kann sich entspannen, und der ganze Tagesrhythmus wird dadurch ein paar Schläge ruhiger.

Der heilige Hügel 'Hemakuta' im Abendlicht.

Zum späten Nachmittag hin begab ich mich zum ‘Sunset Point’ auf dem Hemakuta. Dort sammelten sich auch schon einige andere Backpacker, der Punkt war bekannt. Die Unterhaltungen waren entspannt und mit untergehender Sonne immer mehr auf die Schönheit Indiens konzentriert.

Der Sonnenuntergang vom besagten 'Sunset Point' verdiente tatsächlich seinen Namen. Das Licht färbte den Wald, den Himmel und die Wolken in prächtigen Farben.

Gesprächspartner kamen und gingen, zunächst waren diese drei Mädels aus der Schweiz und Kanada mit mir.

Dann traf ich eine Italienerin, später vier hinduistische Studenten. Nachdem die Inder das wohl obligatorische Foto mit mir gemacht hatten (‘How tall are you?’), tranken wir einen Tee zusammen. Mit Hinweis auf mein Treffen mit dem Franzosen verabschiedete ich mich danach und begab mich im Dunkeln zu dem Treffen mit Benoit, dem französischen Fotografen.

Abendröte.

Der Benoit war in Begleitung von Johann, einem Kameramann aus Belgien, der gerade dabei ist eine Doku für Arte zu filmen. Es war sehr interessant sich mit ihm über seinen Beruf unterhalten zu können. Ich bin großer Fan der Arte-Dokus, da ich sie für gut recherchiert und aufgearbeitet halte. Der Johann im Gegenzug war total fasziniert von der Idee einer Fahrradreise, und den Grad der persönlichen Freiheit, die sie einem gibt. Wir mussten fast aufpassen, den Benoit nicht zu sehr aus der Diskussion auszuschließen.
Es stellte sich heraus, dass Johann früher auch einmal Fotograf gewesen war, ihn aber die größeren Möglichkeiten der Ausdrucksweise, das Fließende und die Unmittelbarkeit zum Film gebracht haben. Er seinerseits schien nicht schlecht zu staunen über die Gelassenheit, die ein Radreisender sich nach einer Weile zulegt. Die Attitüde, dass sich für jedes Problem eine Lösung findet, fand er fantastisch. Noch lange saßen wir drei später mit einem Bier am Ufer des Flusses im Mondlicht, bis letztlich zwei nervige Dealer uns störten, und wir heimgingen.
Zurück im Zimmer stellte ich mit Erschrecken fest, dass ich meinen Fahrradschlüssel an der Stelle am Fluss vergessen hatte. Ich hatte ihn kurz aus meiner Tasche gepackt, und vergessen ihn dort zurück zu stecken, als wir aufbrachen. Das war ein ernstes Problem, da ich mein Fahrrad nicht auf mein Zimmer hatte mitnehmen dürfen. Es stand angeschlossen, aber offen zugänglich auf der Veranda des Hostels. Wenn nun jemand den Schlüssel gefunden hätte, bräuchte er nur hingehen und das mir teure Rad abschließen.
Ich also zurück, die ganzen zwei Kilometer Fußweg. Das war ein nervöser Marsch zurück vorbei an dem Tempel, den Shops und dem Flußufer zu der Stelle von vorhin. Die Gelassenheit, derer ich mich vorher noch gerühmt hatte: zum Fenster hinaus. Die gleichen indischen Nachtschwärmer, die mich schon auf dem Weg zurück mit Johann beobachtet hatten, beäugten mich nun mit einer Mischung aus Erstaunen und Verwunderung. Unterhaltungen wurden bei meinem Vorbeigehen unterbrochen. Augenpaare verfolgten mich. Es war gegen Mitternacht. Ich war der einzige Nichtinder auf der Straße. Ich beeilte mich lieber.
Dann war ich zurück an der Stelle, wo wir gesessen hatten. Im Licht der Straßenlaterne glänzte der Schlüssel. Er lag noch an genau der Stelle, wo ich ihn gelassen hatte. So ein Glück! Welch Gefühl der Erleichterung! Die beiden Troublemaker von vorhin waren also doch nicht die Schlimmsten gewesen. Noch an Ort und Stelle band ich mir den Schlüssel an eines meiner Armbänder, damit ich ihn nie mehr verlieren kann. Dort hängt er heute noch.
Kurz vor meinem Hostel sah ich einen Verrückten von einem Dach aus Fragen in den besternten Kosmos rufen, die wohl nie beantwortet werden. Lächelnd hörte ich seinem Ton aus Empörung, unterdrücktem Lächeln, und Irrsinn zu. Der Charme Indiens durch den Mund eines Irren. Ich fand es schön.

Während meiner Besichtigung der Stätte hatte ich in einer Fotoausstellung schöne Bilder der Stadt Badami gesehen. Die dort abgebildeten Ruinen waren so schön, dass ich beschloss, auf meinem Weg nach Goa den kleinen Umweg über Badami zu machen.
So lud ich am nächsten Morgen mein Fahrrad auf die Fähre, kreuzte den Fluss, und war nach zwei Tagen auf holprigen Straßen in Badami.

Mein Schatten. Mittags steht die Sonne fast senkrecht über einem.

Badami stellte sich als laute, stickige Stadt heraus, die vom Verkehr völlig verstopft war. Radeltechnisch ein Alptraum. Seine Ruinen und Tempelanlagen waren jedoch sehr schön, wenn auch schnell gesehen. Hier waren ganze Tempel aus dem harten Granit geschlagen worden. Eine beachtliche Leistung, bei dem harten Gestein.

Schicker Tempel am See.

Harmonisch eingefügte Stufen im Fels.

Lang hat es mich in Badami aber nicht gehalten. Ohne das passende Hintergrundwissen sehen solche Ruinen schnell alle gleich aus.
Von nun an hieß mein Ziel Goa. Die ‘Perle der Südsee’ mit ehemals Portugiesischer Besatzung. Traumstrände und Sonnenuntergänge. Herrlich zum Relaxen. So stellte ich mir das vor. Auf ging’s!
Als jemand, der in Indien längere Strecken auf der Straße zurücklegen muss, hat man die Wahl:
Entweder fährt man auf stark befahrenen Hauptstraßen, oder man nimmt die Landstraße, auf der oft nur ein Auto Platz hat, und die nicht richtig auf meiner Karte eingezeichnet waren. Das Höhenprofil dieser Landstraßen ist meist ungünstiger (d.h. es geht öfter auf und ab), und der Straßenbelag dieser Strecken ist zum Teil so voller Schlaglöcher, dass man oft mit dem Seitenstreifen vorlieb nimmt, anstelle mir das Gerüttel auf der Straße anzutun. Ich nahm die harte Tour.

Straßen des Schmerzes.

So ging das für zwei Tage, bis ich abends in die schöne Stadt Dharwad kam. Sie wird von vielen Muslimen bewohnt. Ich besorgte mir ein Abendessen zum Mitnehmen, zeltete draußen im Feld und ließ mich wie von etwas, das mich an gute Zeiten erinnert, vom Ruf der Muezzins in den Schlaf begleiten.

Einer der Basars der Stadt.

Auf dem Bambusmarkt.

Zum Frühstück fuhr ich zurück in die Stadt. Der Boy des einzigen Ladens, der auf hatte, war gerade noch dabei die Fliesen zu wischen. Ich nahm also mein Frühstück und setzte mich auf die Stufen des Ladens draußen. Zwei Meter neben mir lag ein großer Abfallhaufen, an dem sich schon zwei Kühe labten. Der Anblick machte mir nichts mehr aus. Ich unterhielt mich essend mit zwei Zeitungsverkäufern, und kaufte für ein paar Rupees eine Zeitung von ihnen. Langsam kam ich mental in Indien an. Es sollte jedoch noch eine Prüfung zu bestehen sein.

Große Töpfe brauchen große Löffel.

Später am Morgen kam ich durch ein kleines Dorf. Es war gerade an der Zeit das Kühlsystem meiner Trinkflaschen wieder zu erneuern (das hatte ich bereits hier beschrieben). Ich hielt also neben einem Tempel und sah einige Menschen um zwei riesige, dampfende Töpfe herum stehen. In dem einen Topf wurde Reis, in dem anderen eine Soße dazu gekocht. Gerade wurden geschätzte fünf Kilo Zwiebeln angedünstet und mit drei Handvoll Gewürzen vermischt. Das musste ein größerer Anlass sein. Die Menge Reis würde für das ganze Dorf reichen. Ich erledigte, wozu ich angehalten hatte, gesellte mich aber dann aus Neugierde zu den Männern. Wie sich herausstellte, fand an dem Tag ein religiöses Fest statt.

Die Prozession stand schon eine Straße weiter bereit.

Das Dorf war so klein, dass dies schon das andere Ende des Dorfes bedeutete. Die Prozession selbst war ein ernster Anblick. Männer standen in weißen Anzügen und Frauen mit bunten Saris und geschmückten Wassereimern auf dem Kopf. Drumherum sorgte die Dorfjugend für den typisch Indischen Trubel. Man forderte mich geradezu auf Fotos von ihnen zu machen. Näher und näher sollte ich kommen, und ab da wurde ich in den Strudel der Prozession hineingezogen.
Die Prozession setzte sich in Gang, und ich ging mit den Männern. Ein paar von ihnen waren mit Schellen ausgestattet, die sie rhythmisch zum Erklingen brachten. Dann folgten drei spirituelle Hauptfiguren, ausgestattet mit einer Art Laute, eine prächtig geschmückte Frau mit Wasserkübel und einem jungen Mädchen mit Öllampe. Am Schluss des Zuges liefen die Frauen des Dorfes
Bald wurde mir auch eines der Schellenpaare umgehängt, und man führte mich zu den übrigen Schellenmännern. Meine Kamera übernahm von da an ein junger Mann. Mit rotem Farbpulver wurde mir ein rote Punkt auf die Stirn gemalt. Meine Kopfbedeckung passte nicht zu dem profunden Ritual, und wurde gegen eine weiße Mütze ausgetauscht. Zum Schluß meiner Metamorphose zum Mitglied der Gemeinschaft wurde mir unter großem Gejohle der Zuschauerschaft ein orangener Schal umgehängt. Ich wüsste gerne was er bedeutet.

Bereit für die Prozession.

Heilige Füße.

Von da an war kein Halten mehr. Die Prozession bahnte sich ihren Weg durch das Dorf. Menschen bogen sich herab um die Füße der Hauptpersonen mit der Stirn zu berühren. Es war chaotisch, es war herrlich. Zwei Mal musste kurzerhand ein Stacheldrahtzaun aus der Erde gerissen werden, damit die Prozession weiter gehen konnte. Planung vorab gab es nicht. Junge Mädchen warfen sich betend zu Erde, damit die Menge über sie hinwegsteigen konnte. An der Straße bremsten die Trucks und hupten in Referenz. Die Jungs machten Flachsen und lachten.

Die Prozession blockierte die Straße.

Es war ein herrliches Treiben. Das rythmische Klingen der Schellen ließ einen in gedanklich wegtreiben. Alles um mich herum wurde zu einem rauschenden bunten Durcheinander. Die heiße Mittagssonne tat ihr übriges.

Im Trubel vor dem Tempel.

Schlussendlich kamen wir zum Tempel. Die Menschen brachten Spenden dar, bogen sich tief vor den Figuren und hörten, eng beieinander sitzend, einer flammenden Predigt zu.

Im Tempel selber.

Weihrauch wurde verbrannt. Immer mehr Menschen lächelten mir zu, während ich mein Bestes gab mit den Schellen im richtigen Rhythmus zu bleiben. Gar nicht so einfach bei diesen Indischen Rhythmen. Ich hatte jedoch nicht den Eindruck, als ob meine Fehltritte irgend wen gestört hätten.

Feierlich gekleidet.

Dann gab es zu essen. Zunächst gab es eine handvoll süßen Puffreis. Man gebot mir zu warten, denn nachdem jeder versorgt war, gab ein jeder seinen Sitznachbarn ein kleines bisschen von seinem Reis, und bedankte sich für die Gabe des anderen. Viele Lächeln wurden ausgetauscht. Das Dorf: es verschmolz zu einer Gemeinschaft, und ich saß mitten drin.

Der Puffreis.

Danach gab es das Essen, bei dessen Zubereitung ich zwei Stunden zuvor schon zugeschaut hatte: Reis mit Soße, all you can eat. Superlecker. Immer wieder gab es Nachschlag, und gefragt ob ich sonst noch etwas wolle. Die Menschen mochten mich offensichtlich sehr.

Einer der Dorfältesten.

Noch ein Gruppenfoto.

Nach dem Essen war Zeit für die Mittagspause. Als Ehrengast des Dorfes wurde mir diese natürlich nicht zuteil. Ein Junge, der vielleicht seit einem Jahr Englischunterricht bekam, wurde als einzig Englischsprechender im Dorf als Übersetzer eingesetzt. Ab jetzt wurde ich gelöchert mit Fragen.

Schöne Mutter mit Kind.

Der Onkel, gesetzt.

Sie sprühte vor Witz.

Die Mädchen und Jungen verrenkten ihre Hälse, um von unserer Unterhaltung etwas mitzubekommen. Ich musste aus der Hüfte Fotos machen, um diese Gesichtseindrücke einfangen zu können.

Mein Übersetzer mit seinem Vater.

Derweil kümmerten sich die Menschen im Dorf vorbildlich um das Wohlergehen meines Rades: Immer wieder wurde es von einen Schatten in den nächsten gestellt, so dass es in meiner Sichtweite stand. Irgendwann fanden sich auch wieder mein Hut und meine Kamera ein. Die war inzwischen mit Fotos vollgeschossen. Ich war bestens aufgehoben, und amüsierte mich einfach.
Gegen drei war die Sonne so weit gewandert, dass ich weiterfahren konnte. Bis zur nächsten Stadt, Dandeli, wollte ich es schaffen. Das Terrain wurde jetzt immer hügeliger aufgrund der Ausläufer der Westghats, in die ich jetzt kam. Ich kam nur langsam voran.

Ein toller Name für ein Bushäuschen.

Dies ist ein Baum. An ihm sind Schlingen heruntergewachsen, so dass er jetzt wie eine Wand ist.

Nach etwa einer Stunde merkte ich, dass irgendetwas mit meinem Magen nicht in Ordnung war. Ich schob es auf das viele Essen am Nachmittag, trank eine Cola zur Verdauung, und ein Eis, weil es heiß war, und fuhr weiter.
Gegen fünf Uhr nachmittags war jeder weitere Hügel zur Qual geworden. Dandeli war nur noch zehn Kilometer entfernt, aber die immer schlimmer werdende Magenverstimmung raubte mir den Atem. Jeder Kilometer musste hart erkämpft werden. Mir war übel. Immer öfter hielt ich auf den niedrigen Hügeln zum Atemholen mit Brechreiz an. Die Affen am Straßenrand schienen mich auslachen zu wollen. Der Gestank von zwei Papierfabriken vor Ort war atemberaubend. Wenige Kilometer vor Dandeli hielt ich in einem kleinen Vorort an. Ich kaufte eine Flasche Wasser und übergab mich kreidebleich in den Straßengraben. Wäsche waschende Frauen musterten mich verunsichert, es wurde jedoch keine Hilfe angeboten.
Unter großer Willensanstrengung schaffte ich es in die Stadt. In meinem Zustand war an Zelten nicht zu denken. Außerdem zog jetzt ein Gewitter auf. Ich brauchte einfach ein Zimmer. Jetzt.
Schwach wie nie zuvor auf der Reise kam ich an der ‘Dandeli State Lodge’ an. Sie lag wie um mich zu ärgern am oberen Teil der Stadt. Bevor ich die Stufen zur Rezeption hochging, setzte ich mich auf die Bordsteinkante, und atmete ein paar Mal tief durch. Übelkeit stieg in mir hoch. Noch ein paar Atemzüge, ich riss mich zusammen und ging zur Rezeption.
Vor mir in der Schlange waren noch zwei weitere Inder, die ebenfalls ein Zimmer wollten. Ihr Checkin Prozess schien ewig dauern zu wollen. Der muslimische Rezeptionist musterte die Pässe der beiden mit akribischer Genauigkeit. Er war schon lange in seinem Fach, und er würde sich von nichts in der Welt bei der genauen Einhaltung seiner Regeln behindern lassen.
Endlich war er mit dem beiden fertig. Er wandte sich zu mir: ‘Sorry, no rooms available, Sir’ entgegnete er mir. Ich konnte es nicht glauben. Das war wohl ein schlechter Scherz. Hätte er mir das nicht eher sagen können?
Irgendetwas an mir, vielleicht mein ungläubiger Blick, oder das Fieber in meinen Augen, musste ihn jedoch noch einmal überlegen lassen. Ich fragte noch einmal nach. Da stellte sich heraus, dass es noch ein Einzelzimmer im Keller, ‘without TV’ gäbe. Ob das ein Problem sei? Trotz allem musste ich drüber lachen.
Ich solle mir erst das Zimmer anschauen. Ich sagte, mir sei der Zustand des Zimmers ziemlich egal. Er jedoch bestand darauf. Er duldete keine Widerspruch in seinem Haus. Also lief ich hinter seinem Gehilfen her, Treppe runter, aus dem Haus raus, in den Kellereingang hinein.Beim Einschalten des Lichts im Zimmer hüpfte ein Frosch schnell unter das Bett. Ich mag wirklich keine Frösche. Es war mir egal. Ich nahm das Zimmer.
Bevor ich mich im Zimmer einschließen konnte, musste ich erst registriert werden. Dazu gingen wir wieder hoch, und der Hotelbetreiber unterzog meinem Pass die gleiche akribische Untersuchung, wie schon dem ersten. Ich setzte mich auf eine Couch zur Seite, und hechelte ohnmächtig vor mich hin. Der Concierge war gerade dabei, sich ein paar Details zu notieren, da fühlte ich eine Welle der Übelkeit in mir aufsteigen, stärker als alle anderen zuvor. Mit Glück erreichte ich ein Waschbecken neben der Rezeption und erbrach darin alles, was ich seit dem Frühstück gegessen hatte. Gefühlsmischungen aus Scham und Genugtuung durchliefen mich. Scham, da ich das gute Essen des Dorfes jetzt einfach so verschwendet hatte, und Genugtuung, da das sich Erbrechen einfach wunderbar wohltuend sein kann.
Der Concierge derweil verzog keine Miene. Als ich zurück zum Tresen kam, war er noch immer mit meinen Personalien beschäftigt. Er war schon zu lange in diesem Geschäft, um sich von so einer Lappalie aus dem Gleichgewicht bringen zu lassen. Sein Gehilfe würde gleich das verstopfte Becken wieder in Ordnung bringen (ich hatte es versucht, aber nicht geschafft). Er fragte mich nur: ‘What happened?’
Endlich konnte ich mich endlich auf das Bett fallen lassen. Unter mir kauerte der Frosch. Ich lag völlig entkräftet da, und wollte mich nicht bewegen.
Wie gerne man in solchen Momenten jemanden bei sich hätte, der einen pflegen würde! Jetzt jedoch mussten, bevor ich mich schlafen legen würde, noch einige Dinge erledigt werden. Ich zwang mich mich zu waschen. Das Wasser aus dem Kübel, mit dem ich mich übergoss, war eiskalt. Prustend schnappte ich nach Luft. Immerhin kühlte sich so mein Fieber etwas ab.
Danach musste mein Gepäck ins Zimmer gebracht werden. Das hing immer noch an meinem Fahrrad draußen. Das Gewitter war mittlerweile stärker geworden. Kräftige Windböen schüttelten die hohen Kokospalmen im Hinterhof des Hotels. Als ich gerade an mein Fahrrad kam, erschrak ich von einem lauten Krachen hinter mir. An der Stelle, wo ich zwei Sekunden zuvor noch gestanden hatte, war ein großes Bündel Kokosnüsse zu Boden gegangen. Die Palmen im Hinterhof waren bestimmt zwanzig Meter hoch. Wäre ich zwei Sekunden früher aus dem Haus getreten, wäre ich ein toter Mann gewesen. Ganz schockiert, und immer noch im Delirium dankte ich meinem Schutzengel. Der muss mich wirklich gern gehabt haben.
Jetzt aber nichts wie rein! Mein Fahrrad wollte ich bei dem Unwetter auch nicht mehr draußen lassen. Kurzerhand nahm ich es also mit aufs Zimmer.
Jetzt nur noch Trinkwasser. Zum Glück hatte der Laden nebenan noch auf, und verkaufte große fünf Liter Kanister. Damit würde ich erstmal nicht mehr raus brauchen.
Erschöpft ließ ich mich an dem Abend ins Bett sinken. Draußen donnerte und blitzte es ungeheuerlich, aber ich konnte nur daliegen und vor mich hin starren. Wenn man gesund ist, kann man sich schwer vorstellen, wie schwach man sich fühlen kann, wenn einen ein verdorbener Magen hinwegrafft. Das Gefühl war alles andere als feierlich, kann ich nur sagen.
So verbrachte ich die Nacht, ein Marathon zwischen Bett und Toilette. Draußen lief der Regen. Ich schaffte es, für ein paar Stündchen die Augen zu zu machen. Irgendwann kam der Morgen.
Am nächsten Morgen war an Weiterfahren nicht zu denken. Das war mit dem Aufsitzen vom Bett klar. Ich ging meine Optionen durch, verlängerte meine Buchung bei dem Conciergen (hatte der überhaupt geschlafen?), und kaufte Weißbrot beim Bäcker nebenan.
Gegen Nachmittag ging es mir insoweit besser, dass ich ein paar Meter draußen gehen konnte. Ich checkte meine Mails. Meine Mutter war voller Sorgen um meinen Zustand, hilflos in gut achttausend Kilometern Entfernung. Sie fragte mich in einer Mail, ob es nicht genug gewesen sei mit Indien und der Reise überhaupt? Ich hatte nicht lange nach zu denken. Ja es war gut gewesen. Lasst mich heim.
In der Welt des Internets war der günstigste Flug heim schnell gefunden und gebucht. In gut drei Wochen würde ich heim fliegen. Beim Weg zurück ins Hostel überkamen mich Gewissensbisse. Sollte es das etwa gewesen sein? Das Ende einer Reise? Ja, sagte ich mir. So machte die Reise keinen Spaß mehr. Dieser verdorbene Magen war ein Zeichen und ich wollte es so.
Am nächsten Morgen fühlte ich mich immer noch schwach, aber besser als tags zuvor. Ich verabschiedete mich also von meinem schüchternen grünen Zimmergenossen, und fuhr los. Die ersten Kilometer waren echt zittrig. Ich dachte ans umkehren, aber biss die Zähne zusammen. Die Hügel um Dandeli waren leider immer noch da, und die Sonne brannte schon früh gnadenlos. Es war kein Spaß.
Mir wurde bewusst, dass ich mehr Energie brauchen würde, als was in dem Weißbrot der letzten beiden Tage steckte. Ein paar Bananen würden es erst einmal richten müssen, bis ich mittags eine richtige Reismahlzeit haben würde.
Die Straße erwies sich als ganz normal Indisch: eine Mischung aus steilen Hügeln, lautem Verkehr und schlecht geflicktem Asphalt gewürzt mit einer kräftigen Prise Schlaglöchern. Sie konnte mich echt mal gern haben.
Die Straße führte durch einen Nationalpark, und Siedlungen waren rar. Gegen Mittag, nach nur fünfundzwanzig Kilometern, kam ich an einem Ferienressort vorbei. Ich ließ es gut sein, und fragte mich durch zu einem Essenslokal. Ich trank erst einmal ein paar Tees, bevor ich mich vorsichtig an den Reis mit Soßen machte. Die scharfen Soßen ließ ich erst einmal außen vor. Es schmeckte aber gut, ich hatte großen Hunger. Es konnte weitergehen.
Während ich da so im Schatten saß und wartete, dass ich weiterfahren konnte, hörte ich plötzlich eine Stimme fragen: ‘And what is this?’ Hinter mir stand ein mittelgroßer Mann mit Glatze. ‘That is a bicycle’ sagte ich, der Information halber. ‘Yes, but what are all these bags for?’ Und so lernte ich ihn kennen, den Mohammed.
Seine Statur war eher gebückt, und seine Augen blitzten zunächst in einer Mischung aus Unsicherheit, Neugierde und Intelligenz. Sein Englisch war gut, und ich genoß es mich mal wieder ordentlich mit jemandem unterhalten zu können. Er gab mir viele Tipps (kauf nicht auf das Brot von der Straße, wegen der vielen Fliegen. Nimm dich in Acht vor Indern, die dich über’s Ohr hauen wollen usw usw), und tranken eine Buttermilch in einem muslimischen Laden nebenan.
Mohammed schlug mir vor, dass ich bei ihm übernachten könne. Als ich mal vorsichtig nachhakte, stellte sich jedoch heraus, dass wir uns auf einem Staudammforschungsgebiet von nationalem Interesse befanden, wo Ausländer kritisch beäugt werden. Hätte er mich beherbert, hätte das Probleme für ihn ergeben.

Mohammed und ich. Ich war noch immer etwas blass von der ganzen Geschichte.

Ein Freund Mohammeds, ganz stolz mit seinem Enkel. Falsche Fürsorge und Vernachlässigung seitens des Vaters haben es so aufschwellen lassen.

Der Vater des Kleinkinds.

Ihm tat das sehr Leid. Als wir auch keinen Platz in der örtlichen Herberge finden konnten entschloss er sich kurzerhand mir dabei zu helfen die letzten Hügel bis Goa zu überwinden. Er setzte sich also auf sein Motorrad und schob mich über 35 Kilometer bis zum Abend über die Hügel. Ein unglaublicher Typ. Er zeigte mir einige Abkürzungen, die nicht auf meiner Karte standen, und versorgte mich laufend mit Sätzen, die mich in Staunen versetzten. Aussagen wie: ‘Helping others is never a waste of time’ und ‘Do not change your plans for other persons. People who do that become fake persons.’ kamen ständig aus seinem Mund.

Die herrliche Landschaft unterwegs.

Wir fanden gemeinsam ein schönes preiswertes Hostel (Zelten ließ er mich nicht), tranken noch einen Tee zusammen, und dann fuhr er die ganze Strecke im Dunkeln wieder zurück.
Wäre mir so etwas in Deutschland passiert? Ich glaube es fast nicht. In Menschen wie ihm zeigt sich mir der Wert dieser Reise.
Am nächsten Tag fuhr ich nach Goa rein. Endlich konnte ich mich ein bisschen ausruhen. Und das tat ich dann auch. Doch davon mehr im nächsten Teil.

Bis dahin alles Gute,
euer Johannes Bondzio

Wärme - Indien von der Straße

Wärme – Indien von der Straße

Der erste Tag Radeln in Indien war heiß. Der Verkehr der Stadt war dicht und laut, so dass vor Konzentration und Anstrengung mir schon bald der Schweiß in Strömen vom Körper lief. Ich schlängelte über eine Stunde durch den Verkehr, bis ich an die Stadtgrenzen kam. Jedenfalls die, die auf den Plänen eingezeichnet waren. In […]

Getroffen von Essensresten - Erste Tage Indien

Getroffen von Essensresten – Erste Tage Indien

Jeder, der mal Indien bereist hat, berichtet von dem Kulturschock, den der erste Kontakt mit diesem Subkontinent mit sich bringt. Nun, ich nehme es schon einmal vorweg: Auch ich reihe mich nahtlos in diese Gruppe ein. Gegen Ende des vierstündigen Fluges von Muscat aus stießen wir durch die Wolken. Der Blick öffnete sich auf eine […]